Hariolf Gymnasium, Ellwangen

  • Energetische Sanierung (ETM)
  • Brandschutzertüchtigung
  • Ausbau zur 3-Zügigkeit
  • Erweiterung zur Ganztagesschule (IZBB-Programm)
  • Erweiterung

Aufgabe

Für das bestehende Gymnasium wurde eine Erweiterung zur Ganztagesschule und zum 3-zügigen Ausbau gesucht. Das Gymnasium in Stahlbetonfertigskelettbauweise sollte energetisch saniert und der Brandschutz ertüchtigt werden.

Idee

Zur CO2-Reduzierung werden im Neubau vor allem nachwachsende Rohstoffe verwendet. So wurden alle Fachklassen und Nebenräume, sowie das Dach der Mensa in vorgefertigten Vollholzelementen hergestellt. Die energetischen Kenndaten des Neubaus unterschreiten die Richtlinien der Energieeinsparverordnung EnEV um mehr als 30% (Jahresprimärenergiebedarf um 28%, Transmissionswärmeverluste um 39% geringer als EnEV!). Dies wird durch eine sehr gute Wärmedämmung der Gebäudehüllflächen (z.B. U-Wert der Außenwände statt vorgeschriebenen 0,45 W/m2K nur 0,20 W/m2K!) erreicht. Durch diese Wärmedämmmaßnahmen werden die laufenden Betriebskosten um 30% reduziert!

Um das äußere Erscheinungsbild des gesamten Schulensembles zu harmonisieren wurde der Holzbau nach außen nicht hölzern dargestellt. Die Außen- und Innenwände wurden als Brettsperrholzwände hergestellt, innen sichtbar belassen und weiß lasiert. Die Akustiklamellendecke und die Brettschichtleimbinder sind natur belassen.

Ökologie und Nachhaltigkeit

Durch Baustoff Holz wird eine vorbildliche CO2-Bilanz erzielt: beim Wachsen des Holzes wurden 540 to CO2 in 300 to Sauerstoff umgewandelt. Es wurden ca. 275 m3 Bauholz/Schnittholz verbaut.
Dazu benötigte man 600 m3 Rundholz (Baumstämme) das entspricht 300 Fichten mit einem Alter von ca. 60-70 Jahren, die eine Fläche von ca. einem Hektar Wald bedecken.

Sanierung und Umbau

Folgende Maßnahmen wurden vorgenommen:
Auf 2.500 m2 Dachfläche werden so ca. 60% Energie und pro Jahr 25 to CO2 eingespart.
Bei den Umbau- und Modernisierungsarbeiten wurde der Verwaltungsbereich an die Anforderungen der 3-Zügigkeit der Schule angepasst, Fachräume für das neue Unterrichtsfach „Naturphänomene“ geschaffen, die WC´s saniert und der sommerliche Wärmeschutz für die naturwissenschaftlichen Fachräume verbessert. In diesem Zuge wurde auch in diesen Bereichen der vorbeugende und bauliche Brandschutz und der Wärmeschutz verbessert. Durch den Austausch der veralteten Leuchtmittel durch effizientere und energiesparende Beleuchtungsmittel werden für diesen Bereich nochmals 35% an Energieeinsparungen erzielt. So werden pro Jahr 15 to CO2 und 3.000 Euro Stromkosten eingespart. Durch den Leuchtenaustausch erhielt die Stadt einen Zuschuss von 10.200,– Euro.

Bauherren

Stadt Ellwangen

Zahlen und Fakten

Architektengemeinschaft: Brenner|Duttlinger|Stock und Wolfgang Helmle
Bauzeit: 2007 bis Juni 2009
Bruttorauminhalt: Bestand 8.745 m2 NGF, Erweiterung 1.258 m2 NGF
Planungskennwerte Bestand: BRI 25.033 m3, BGF 6.985 m2, HNF 3.752 m2
Planungskennwerte Ausbau zur 3-Zügigkeit und Erweiterung: BRI 5.736 m3, BGF 1.529 m2, HNF 825 m2
Heizwärmebedarf (Erweiterungsanbau): 66,4 kWh/m2a
Energieeinsparung Bestand: 276,3 MWh/a